Aktuelles und Termine

31.01.2018

Holocaustgedenktag 2018

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Diese Worte wählte der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, als er 1996 den 27. Januar als bundesdeutschen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus festlegte. Seit 2005 wird dieser Tag weltweit begangen. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz, das wie kein zweiter Ort symbolisch für die Vernichtung der Juden Europas steht.

In Trabelsdorf wurde am Samstag, dem 27.1.2018, dieser Gedenktag zum zweiten Mal begangen. Ungefähr 20 Personen fanden sich um 15 Uhr vor dem Haus der Familie Liffgens in der Bamberger Straße ein. Nach einer musikalischen Einleitung, einem jüdischen Lied, das der Kirchenchor Priesendorf eindrucksvoll vortrug, begrüßte der Erste Bürgermeister der Gemeinde Lisberg, Herr Michael Bergrab, die Versammelten. In seiner kurzen Ansprache verwies er auf die Bedeutung der Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Nachbarn. Gerade heute, in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder aufkeimt, müssen die Ausgrenzung, die Demütigung und letztendlich die Ermordung der jüdischen Mitbürger während des Dritten Reiches, angesprochen und in der Erinnerung lebendig gehalten werden. Anschließend sprach Frau Dr. Horn über das Schicksal der Familie Liffgens. Von den fünf Personen, die die Familie umfasste, überlebte nur eine: die Tochter Hildegard Kahn, die 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien gelangte. Der Vater Siegfried Liffgens, seine Ehefrau Gisela  sowie die beiden Söhne Lothar und Joachim wurden 1942 ins Ghetto Izbica deportiert und anschließend ermordet. Die Namen aller jüdischen Bürger aus Trabelsdorf und Lisberg, die während des Holocausts ums Leben kamen, las Frau Frauke Hansen vor. Daran schloss sich ein Gebet an, das Herr Jürgen Horn vortrug. Alle Anwesenden bekundeten ihre Trauer durch das Niederlegen eines Steines auf den Stolpersteinen – so wie es im Judentum auf dem Friedhof Brauch ist.

Anschließend wurde am Stolperstein für Luise Löwenfels eine Kerze entzündet und ein Gebet gesprochen. Auch hier legten die Versammelten Steinchen als Zeichen der Trauer nieder. Zum Abschluss sang der Kirchenchor Priesendorf das Lied „Ubi caritas“.

Am Abend nutzten ca. 30 Personen das Angebot der Gemeinde, in der Alten Schule in Trabelsdorf einen Spielfilm zu besuchen, der sich mit dem Thema der Judenverfolgung auseinandersetzte. Der oskarprämierte Film „Das Leben ist schön“ beeindruckte alle tief und rundete den Gedenktag würdig ab.

Dr. Christa Horn


23.01.2018

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am Samstag, 27.01.2018 um 15.00 Uhr wird an den  Stolpersteinen der Familie Liffgens (Bamberger Str., gegenüber Alte Schule, Trabelsdorf) eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus stattfinden.

 

Um 19.30 Uhr wird ein in der Alten Schule, Trabelsdorf ein thematischer Spielfilm gezeigt, der die damalige Zeit aufarbeitet.

 

Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen.


15.11.2017

5. Sitzung der Gemeinschaftsversammlung

Am Donnerstag, den 27. November 2017 findet die 5. Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft im Sitzungssaal des Schlosses Trabelsdorf statt.

Die 5. Sitzung beginnt mit der nichtöffentlichen Sitzung um 18:00 Uhr.
Anschließend findet die öffentliche Sitzung statt.


01.10.2017

Fünf neue Stolpersteine in Trabelsdorf

In Deutschland finden sich in vielen Städten Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Einer dieser Stolpersteine liegt seit November 2016 auch in der Steigerwaldstraße in Trabelsdorf. Er erinnert an die zum katholischen Glauben übergetretene Luise Löwenfels, die zusammen mit ihren jüdischen Mitschwestern 1942 in Auschwitz ermordet wurde.

Aus der Gemeinde Trabelsdorf wurden am 22.3.1942 neun Menschen jüdischen Glaubens deportiert, deren Spuren sich im Ghetto Izbica verlieren. Die neuen Stolpersteine erinnern an die Familie Liffgens: Siegfried und Gisela Liffgens wurden zusammen mit ihren Söhnen Lothar und Joachim im Holocaust ermordet, ihre Tochter Hildegard konnte mit einem Kindertransport 1939 Deutschland verlassen.

Die neuen Stolpersteine werden am Mittwoch, dem 18. Oktober 2017, um 14.30 Uhr vor dem letzten Wohnort der Familie Liffgens durch den Künstler Gunter Demnig verlegt, nämlich dem Anwesen Bamberger Straße 8 in Trabelsdorf.

Im Vorfeld findet am Donnerstag, dem 12. Oktober 2017, um 19 Uhr in der Alten Schule in Trabelsdorf eine Veranstaltung zu dem Thema „Erinnerungen an die Familie Liffgens“ statt.

Am Donnerstag, dem 9. November 2017, referiert um 19 Uhr im Alten Pfarrsaal in Priesendorf Frau Dr. Christa Horn zu dem Thema „Sonst ist alles in Ordnung“ - Die sogenannte „Reichskristallnacht“ in Bamberg und Trabelsdorf. Im Anschluss daran eröffnen die Ministranten die von ihnen selbst gestaltete Ausstellung zum Leben und Wirken von Luise Löwenfels.

 Alle Gemeindemitglieder sind zu diesen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

Bergrab, 1. Bürgermeister der Gemeinde Lisberg

Dr. A. Friedrich, Pastoralreferentin der Katholischen Pfarrgemeinde Priesendorf

Dr. Ch. Horn, Willy-Aron-Gesellschaft


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